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Corona Logbuch

Ein Überblick über die Zeit der Pandemie aus dem ganz subjektiven Blickwinkel (m)eines kleinen Ballettstudios. Warum zum Psychologen, wenn Ihr meine Couch seid?

Aktuelles steht oben, damit man nicht ständig scrollen muss. Die zurückliegenden Zeiten sind konsolidiert und zum flüssigeren Lesen chronologisch absteigend sortiert.

Fühlt Euch frei, den Link zu teilen. Geteiltes Leid ist halbes Leid. 😉

Aktuelles (der tägliche Wahnsinn)
Archiv (der ganze Wahnsinn)


Aktuelles

Die letzten Tage und Wochen. Aktuell und zeitnah festgehalten. Für mich. Sonst glaubt man irgendwann selbst nicht mehr, dass all das wirklich passiert ist. Wird alle paar Wochen konsolidiert und ins Archiv verschoben.

11. April 2021

Habe mich in der letzten Woche halt mal wieder drei Tage vor die Kamera gestellt und versuche, euch mit ein paar neuen Videos bei Laune zu halten. Kommende Woche gehts weiter, die Choreos habe ich am Wochenende schon vorbereitet. Falls hier noch jemand liest: Schaut sie euch an! Trainiert! Ihr zahlt schließlich dafür. Die Abrufzahlen bei YouTube sprechen leider eine andere Sprache.

War ich am 2.4. zu pessimistisch? Schlecht drauf? Ok, versuchen wir es optimistischer: Wir brauchen einen Lockdown. Sagt "man". Aber wir müssen uns ja nur noch einmal (zum wievielten Mal?) für 2-3 Wochen zusammenreißen und dann wird alles gut.

Aha! Ich dachte eigentlich, wir hätten grad' einen Lockdown. Der hilft nix? Ist nicht genug? Tja - vielleicht haben wir da ja doch die falschen Dinge geschlossen. Oder den sinnvollen Teil der Regeln einfach nicht durchgesetzt und statt dessen nach dem Motto viel hilft viel einfach immer neuen Unsinn draufgesattelt, bis sich gar keiner mehr an was hält? Wieso bin ich nicht überrascht?

Ein "Brückenlockdown" steht also im Raum. Liebe Politik - wisst Ihr was? Es ist mir egal, wie ihr dazu sagt: Ich darf ja so oder so nicht aufmachen. In der aktuellen Corona Verordnung gibt es schon jetzt kein Szenario in dem ich mehr als einen Schüler, bestenfalls noch ein Geschwisterpaar unterrichten dürfte.

Wie schon letzten September festgestellt war irgendwie klar, dass der Winter nur Sch... werden konnte. Der Winter ist rum, der Frühling aber keinen Deut anders und für mich sieht es so aus, als würde mindestens der halbe Sommer nicht besser.

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2. April 2021

Wie war das noch? Ende Oktober waren wir zuletzt Essen und es war vom Silvestermenü die Rede. Am Tisch war auch von Ostern die Rede. Ja, klar, Corona und der Winter. Aber Lockdown bis Ostern? Welcher Schwarzmaler denkt sich denn sowas aus?

So - und jetzt vergleicht mal die Zahlen mit denen von letztem Jahr, schaut Euch den Impffortschritt und den stets hochgehaltenen Paniklevel an. Und dann reden wir mal über Pfingsten, die Sommerferien, Silvester 2021 oder Ostern 2022. Ich bin inzwischen für jede Horrorvision zu haben.

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Archiv

  2020: Jan - Feb - Mrz - Apr - Mai - Jun - Jul - Aug - Sep - Okt - Nov - Dez

  2021: Jan - Feb - Mrz - Apr

Januar 2020

Happy New Year! Das Jahr weiß noch nicht, dass es ein Sch...jahr wird. Ich beginne es mit einer "Grippe" die ich, wie es sich für einen Selbständigen gehört, über die Weihnachtsferien genommen habe. Die Symptome begannen etwa zeitgleich mit den ersten Meldungen "komischer" Lungenentzündungen aus China.

Anfang des Jahres wurde so langsam klar, dass man hier über Tröpfcheninfektion (das Aerosol in diesem Zusammenhang lernen wir erst später kennen), lange Inkubationszeiten und Ansteckungsgefahr Tage vor Krankheitsausbruch redet. Klingt nicht gut. Aber abgesehen von einem hartnäckigen Husten bin ich selbst wohl nochmal davongekommen und somit nicht Patient 0 in Deutschland.

Narrentag in Überlingen am 25./26.1.? Ja, klar. Aber mit etwas flauem Gefühl und die Besenwirtschaften gemieden.

27.1.: Die ersten Fälle bei Webasto im bayrischen Stockdorf. Einen Tag später chinesische Touristen in Rom. Oh-oh, ob das Virus wohl schon länger unter uns ist? Am 31.1. dann ein positiver deutscher Tourist auf La Gomera. Offenbar ist die Antwort: Ja!

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Februar 2020

Erste Hälfte: Die Einschläge kommen näher. Bin wachsam aber nicht panisch. Man weiß, dass die Grippe bei uns nach Fasnet aufblüht, macht sich so seine Gedanken und rettet sich, schon wieder hustend, in die Ferien.

An Fasnet wird schon mal die Kontaktminimierung geübt. Nur kurz in die Stadt und besser nicht so lang in die Narrenstuben.

Fasnachtsdienstag ist ein gefühlter Wendepunkt: Tagsüber wird in der Stadt noch ganz normal gefeiert, abends das Klopapier leergekauft. Aschermittwoch gehts dann richtig ab. Fahre bis nach Albstadt, um noch etwas Desinfektionsmittel abzukriegen.

Das RKI, bei dem man im Winter immer mal wieder gern nach der Grippesituation geschaut hat, veröffentlicht inzwischen Zahlen und die zeigen steil nach oben. Testen die da grad' die Dunkelziffer hell oder geht es wirklich schon so ab?

28.2.: Auf Teneriffa wird ein Hotel unter Quarantäne gestellt. Im Fernsehen Bilder, die mit langen Brennweiten die eingesperrten Leute auf den Balkons zeigen. Bilder wie von einer Geiselnahme. Grusel!

In den Auslandsnachrichten lernt man ein neues Wort: "Lockdown".

Weiß nicht so recht, was ich von allem halten soll und überlege kurzzeitig, ob ich nach den Ferien überhaupt wieder aufmachen soll. Entscheide mich für "Ja!" und überlege wie ich den Unterricht so gestalten kann, dass das dabei eingegangene Risiko im vertretbaren Rahmen bleibt.

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Erste Märzwoche 2020

Das Wort Corona taucht zum ersten Mal auf meiner Website auf. Besonders gefällt mir Rückblickend der Satz "Es sieht so aus, als würde uns dieses Thema noch eine Weile beschäftigen".

Das "Hygienekonzept" wird erklärt. Auch, wenn man es damals noch nicht so nennt:

  • Alle im Unterricht verwendeten Choreografien so geändert, dass keine gegenseitigen Berührungen vorgesehen sind.
     
  • Die für vor Ostern geplante, offene Stunde abgesagt. Wären zu viele Leute im Saal.
     
  • Regelmäßiges Lüften und stündliche Runde mit dem in den Ferien (s.o.) noch ergatterten Desinfektionsmittel.
     
  • Verzichte auf Händeschütteln und die Bitte darum, im Gespräch einen gewissen Abstand einzuhalten.

Geht eigentlich ganz gut und die meisten Anderen haben vor mir genausoviel Respekt wie ich vor Ihnen. Der Abstand ergibt sich fast von selbst. Das Problem sind eher die Kleinen. Erklär' denen mal, warum die Erwachsenen auf einmal alle so komisch sind.

Aber die Zahlen des RKI steigen ungebremst und längere Zeit um ziemlich genau Faktor 6,5 pro Woche. Es genügt ein Taschenrechner, um auf die Million bis Ostern zu kommen. Million? Au Sch...! Hoffentlich ist es doch nur die Dunkelziffer, die sich so langsam erhellt.

Mit diesen Zahlen und den Bildern aus Teneriffa im Hinterkopf jedenfalls den Osterurlaub auf Fuerteventura, das Einzige, was mich um diese Jahreszeit noch bei Laune hält, auf eigene Kosten storniert. Ich will nicht jeden Morgen schauen müssen, ob die Polizei das Hotel über Nacht abgeriegelt hat.

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Zweite Märzwoche 2020

Aus dem Innenministerium sickert eine Horrorstudie, die Sätze wie "Um die gewünschte Schockwirkung zu erzielen, ..." enthält und mehr als eine Million Tote alleine in Deutschland im Jahr 2020 vorhersagt.

Man schwankt mehrmals täglich zwischen "Es ist nicht Ebola" und "Ich mach' besser gleich zu".

Im Unterricht nehme ich die Leute als vorsichtig, aber auch nicht panisch und ein kleines Stück Normalität genießend wahr.

Am Freitag hört man von ersten Betrieben in Rottweil (Fitnesstudio, Tanzschule), die Stadt hätte Ihnen Schließungsverfügungen zugestellt. Habe selbst keine gekriegt. Am Samstag sickert der Text einer anstehenden "Allgemeinverfügung" (wieder neues Wort gelernt) der Stadt Rottweil durch. Fitnessstudios zu, öffentliche Schulen zu.

Was tun? Nochmal ins Studio gefahren und in den Briefkasten geschaut. Nix! Dürfte ich weitermachen? Formal ja, aber das würde wohl keinen Tag gehen. Andererseits wird von einer "Corona Soforthilfe" gemunkelt. Kriegt man die auch, wenn man keine Verfügung vorweisen kann? Fragen über Fragen.

Der Beginn eines roten Fadens, der sich durch die Pandemie ziehen soll: Als Ballettschule fällt man durch alle Raster.

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Dritte Märzwoche 2020

Als letzter Mohikaner will man auch nicht der Querulant sein. Also schweren Herzens dem Druck gefolgt und die Schließung bis nach den Osterferien angekündigt. Ist natürlich nicht optimal, aber ich werde auch nicht gleich verhungern müssen. Aber da ist die bohrende Frage im Hinterkopf: "Wie kommen wir aus der Nummer wieder raus?" Das Virus sieht, dass wir uns das nicht gefallen lassen und geht wieder? Egal. Die Stadt schreibt ja klar und deutlich: "Die Verordnung tritt mit Ablauf des 19. April 2020 außer Kraft".

Nach etwas Schockstarre und einigen Überlegungen, wie man weitermachen könnte, entscheiden wir uns gegen online Liveunterricht und für die Produktion abgeschlossener Unterrichtsstunden auf Basis der üblicherweise 6-8 Wochen laufenden Unterrichtsprogramme aller Klassen.

Am 20.3. gabs die erste Ankündigung für "Susi's virtuelles Ballettstudio".

Dafür kann man nicht den vollen Preis nehmen. Zumindest nicht lange, will man seine Kundschaft behalten. Aber ein Viertel sollte es schon wert sein. Dazu kam die Bitte an alle, die es können und wollen, etwas mehr zu zahlen und das Angebot an alle, die selbst zugemacht wurden, mit dem Beitrag auszusetzen.

Die gute Nachricht der Woche: Entgegen der Annahme, die Deutschen würden ohne Zwang endlos "Business as usual" machen, bis alle tot sind, haben die bundesweiten Zahlen am 16.3. ihren Höhepunkt erreicht und sinken seither stetig. Da diese das Infektionsgeschehen ca. 2 Wochen vorher abbilden sollen, haben also offenbar nicht nur wir ab Anfang März Vorsicht bewiesen. Das macht doch Hoffunung.

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Vierte Märzwoche 2020

Am 25.3. ist es geschafft. Der technische Rahmen steht, die ersten fünf Videos sind online und man kann sich bei YouTube die Zugriffszahlen anschauen. Ist nicht das, was man sich für 2020 gewünscht hat, aber man kann was sinnvolles tun und sieht, dass zumindest einige es auch mit einem Klick würdigen.

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Erste Aprilhälfte 2020

Lockdown Routine. Videos machen, Mails beanworten, spazieren gehen, gesund bleiben. Und jeden Morgen einen Zauberspruch in Richtung PC schicken, dass er gute Zahlen ausspuckt.

Hmm... wie läuft das denn nach den Osterferien? Die Verordnung läuft aus und wir machen wieder auf? Einfach so? Sicher nicht. Von "oben" hört man Halbsätze wie "auf Sicht fahren", "allenfalls schrittweise" und den Pandemie-Klassiker "zu früh, darüber zu diskutieren". Dazu "nicht geraten, über ein Datum für Deutschland zu sprechen" (Merkel) und "Ich bin ein Vorsichtiger" (Kretschmann).

Das klingt nicht gut. Es kommt der Punkt wo man die Hoffnung aufgibt, seinen Stolz ablegt und halt doch die Corona Soforthilfe beantragt.

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Zweite Aprilhälfte 2020

Im Kreis Rottweil dauerte es etwas länger, aber nach dem 10.4. gehen auch hier die Neuansteckungen stetig zurück.

Es ist jetzt klar, dass wir von einem Lockdown bis auf weiteres sprechen. Die Frage "Wie kommen wir aus der Nummer wieder raus?" war berechtigt. Der Ausdruck "neue Normalität" macht die Runde.

Was ist eigentlich mit der Soforthilfe? Es ist noch Brot da. Aber das können die ja nicht wissen. Warum dauert das so lang? Ist mein Antrag untergegangen? Ein Anruf bei der L-Bank führt schon nach 5 Minuten Warteschleife zum Gespräch mit einem Menschen. Wow, schneller als bei Vodafone. Ich weiß nicht, welches Zauberwort wir da gesagt haben, aber der Herr war sehr freundlich und das Gespräch dauerte 5-10 Minuten. Vermutlich war er froh, mal jemanden in der Leitung zu haben, der sich nicht nur auskotzt, sondern auch mal zuhört und wollte das möglichst lange genießen. Er hat eine herzzerreissende Story erzählt von seiner Software, die immer wieder abstürzt und der IT, die Tag und Nacht die Server hüten und ständig wieder neu starten muss. Offenbar wurde da eine Software sehr schnell zusammengezimmert, die nicht die stabilste war. Auch verständlich. Aber sie würden von 27.-30.4. die Bearbeitung komplett einstellen und alles neu machen. Das würde dann auf Anhieb funktionieren und die Zahlungen gingen in der ersten Maiwoche raus. Ok...

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Erste Maihälfte 2020

Ich will wieder unterrichten! Aber, um es vorweg zu nehmen: Das wird im Mai nix. Trotz Rottweiler 7-Tage Inzidenzen in den vier Maiwochen von 14 - 11 - 4,3 - 3,6.

Lockdown in Endlosschleife. (Dachte man. Wartet ab, bis zum Winter...)

Der Herr von der L-Bank hatte nicht gelogen (Entschuldigung). Die Hilfe ist da!

Der DBfT, mein Berufsverband, hat bereits Anfang Mai in Zusammenarbeit mit dem ta.med e.V einen Exit Fahrplan incl. Hygienekonzept erstellt und wendet sich an Bund und Länder mit der Empfehlung, auf Basis dessen die Wiederaufnahme des Unterrichts zu ermöglichen. Kern sind neben weiteren Maßnahmen 2m Abstand und bei Bewegungsteilen 10 qm pro Schüler.

Ich müsste die Kurse verkleinern, aber grundsätzlich könnte man auf der Basis arbeiten. Das stimmt optimistisch.

Bereits in der ersten Maihälfte haben in NRW und Bayern erste Ballettschulen in Abstimmung mit ihren lokalen Ordnungsbehörden auf dieser Basis wieder aufgemacht. Aber teils mit nahezu unpraktikablen zusätzlichen Auflagen.

6.5.: Meine erste Anfrage beim Rottweiler Ordnungsamt.
7.5.: "Wir warten auf Infos von der Landesregierung". Aber wenn bereits ein Hygieneplan vorliegt, ist das schon mal gut.
8.5.: "Nach der derzeitigen Planung dürfen Fitness- und Tanzstudio ab Pfingsten wieder öffnen. Konkret beschlossen ist es aber leider noch nicht."

Schnelle Kommunikation. Macht Hoffnung.

Unlkar ist aber ein Detail, auf das wir im Verlauf der Pandemie noch öfter stossen werden:

Es gibt Ballettschulen und Ballettschulen. Die Einen sind Freizeiteinrichtungen und können im Prinzip von jedermann betrieben werden, da dies kein geschützter Begriff ist. Die Anderen sind nach Nachweis einer entsprechenden Ausbildung und Lehrprobe vom Regierungspräsidium als berufsvorbereitende Einrichtungen anerkannt und letztlich als Schulen zu betrachten.

Ich habe diese Anerkennung. Welche Verordnung wird also für mich gelten?

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Zweite Maihälfte 2020

Klar ist schonmal, dass ich Desinfektionsmittel und vor allem -spender brauche. Beides hatte ich schon Ende Februar online bestellt und trotz Status "sofort lieferbar" kam nie was. Immerhin Mitte Mai endlich das Geld zurück.

Die einzig realistische Chance waren lokale Anbieter mit eigener Fertigung. Da musste man zwar ein kleines Vermögen abdrücken, hatte die Ware dann aber auch im Kofferraum. Denn: Keine Desinfektion, keine Öffnung. Ein Standmodell für den Saal und ein Wandmodell für den Eingang macht 514 €. Mit leerem Tank. Das flüssige Gold kommt noch extra dazu. Schluck... Aber mit Edelstahl Pumpen aus schwarzwälder Manufaktur. Denn was derzeit an Pumpspendern aus Fernost kommt ist wohl teils schon kaputt, bevor die erste Flasche leer ist.

22.5.: Die CoronaVO Sportstätten des Landes Baden-Württemberg ist veröffentlicht:

  • Die erwarteten Hygienemaßnahmen. Teils sinnvoll, teils weltfremd. Insgesamt aber umsetzbar.
  • Umziehen ist verboten. Ja, im Ernst! Ich habe jetzt also keine Umkleide mehr, sondern eine Garderobe.
  • Die Gruppen dürfen sich nicht begegnen. Ich verkürze die Stunden auf 50 Min.
  • Unter Beibehaltung des Standorts 10 qm pro Person.
  • Bei Übungen mit Raumwegen 40 qm pro Person. Wer hat sich denn das ausgedacht?
  • Teilnehmerlisten zwecks Kontaktverfolgung.
  • Immerhin keine ausdrückliche Maskenpflicht.

Das vorhandene Hygienekonzept wurde also ignoriert, Ballett wird in der gesamten Verordnung nicht adressiert. Kommentar des DBfT, als ich denen die Verordnung vorgelegt habe: "Diese Verordnung ist unglaublich!". Man verspricht, zu intervenieren.

Aber: Wir in Baden-Württemberg sind privilegiert. Denn bei uns darf die Kundschaft aufs Klo gehen. Andere Bundesländer haben das tatsächlich auch noch verboten.

24.5.: Versuche, mich bei der Ordnungsbehörde mit ausführlicher Begründung als Schule und nicht als Sportstätte zu positionieren. Antwort: "CoronaVO Sportstätten ist einzuhalten".

Egal. Ich kann jetzt definitiv die Wiedereröffnung am 2.6. verkünden. Das ist zwar der erste Tag der Pfingstferien, aber Ferien hatten wir ja nun lange genug und wollen keinen Tag mehr verlieren.

Da nur noch 10 Personen in den Saal dürfen, muss ich alle Kurse auf 9 Schüler reduzieren. Hatte Mitte 2018 eigentlich die Anzahl Kurse reduziert, zwecks weniger Arbeitszeit am Stück. Man wird ja nicht jünger. Tja, jetzt ist die Woche bei schlechterem Stundenlohn halt wieder voll.

Das Hygienekonzept incl. des Kreisverkehrs durch die Umkleide noch beschreiben, ein paar Plakate malen und wir sind startbereit.

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Erste Juniwoche 2020

Spannung auch bei mir: Wie kommen die Maßnahmen an? Wer kommt überhaupt noch? Habe ich alles richtig gemacht? Kommt das Ordnungsamt gar kontrollieren, zählen und nachmessen? Gibts gleich einen Anschiss?

Wir starten bei sommerlichen Temperaturen, mit viel Frischluft und einer 7-Tage Inzidenz von 1,6. Trotzdem muss ich die Kinder in lächerliche Kästchen einsperren. Denn: Sich bewegen ist böse. So ist der Fahrstuhltanz entstanden.

Ein Teil der Leute kommt noch nicht. Ist wohl noch abwartend vorsichtig. Wer kommt, ist aber in der Regel recht entspannt und einfach froh, wieder ein Stück Alltag zurückbekommen zu haben.

Ok, die erste Woche gut rumgekriegt. Auch wenn es schwer fällt, die vielen Fehler, die sich halt doch nach 11 Wochen eingeschlichen haben nicht so korrigieren zu dürfen wie ich es eigentlich sollte. Ihr kommt ja schließlich um was zu lernen.

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Zweite Juniwoche 2020

Am 6.6. gabs ein Update der Verordnung. Es kommt sogar das Wort Ballett drin vor:

  • Die 40 qm Regel wurde zugunsten von 25 qm gestrichen. Wir dürfen jetzt zu viert durch den Raum tanzen, was deutlich praktikabler ist.
     
  • An der Stange sind 2,5m Abstand vorgeschrieben.

Ok. Wieder mehr Möglichkeiten gewonnen.

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Zweite Junihälfte 2020

Die "Neue Normalität" plätschert geschäftlich halbwegs erträglich vor sich hin. Nicht jedem gefällt sie, ein paar Abmeldungen sind zu verzeichnen. Aber es ist nicht dramatisch.

Außerhalb des Ballettstudios rollen sich einem allerdings immer wieder die Fußnägel auf. Warum muss man ein Freibad unter maximalem UV-Licht, wie es bei Freibadwetter nun mal vorherrscht Mittags eine Stunde zumachen, um es zu desinfizieren? Welcher weltfremde Schreibtischtäter denkt sich denn sowas aus?

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Juli 2020

Das Land hat die Verordnungen zum 1.7. neu geregelt. Wir fallen scheinbar weiterhin unter die "CoronaVO Sport". Wobei das Wort Ballett dort im Gegensatz zur alten Verordnung gar nicht mehr vorkommt. Dass zeitgleich auch eine "CoronaVO Musik-, Kunst- und Jugendkunstschulen" verfasst wurde, ist mir entgangen.

Jedenfalls ist es nun nicht mehr so, dass man sich über Gebühr eingeschränkt fühlt sondern ist wieder selbst in der Verantwortung zu entscheiden, zu welchem Grad man die zurückgewonnenen Freiheiten ausnutzten will. Die Verordnung enthält was die konkreten Unterrichtssituationen angeht fast nur noch "Soll" Bestimmungen.

Die Anwendung des vom DBfT erstellten Hygienekonzepts ist jetzt möglich.

Von den möglichen 20 Personen im Saal mache ich keinen Gebrauch. Zu groß das Risiko, dass es einen Rückschlag gibt und ich innerhalb weniger Tage/Wochen bis zu den Sommerferien mehrfach die Kurse umorganisieren müsste. Und im Herbst muss man realistischerweise eh schon bald wieder damit rechnen, dass alle erkältet oder sonstwas sind, der ganze Mist von vorn losgeht und man über luftigere Kurse froh ist.

Fühlt sich irgendwie an wie im Auge des Hurrikan.

Die Kundenkartei hat sich zum Monatsende gegenüber März um 12% gelichtet. Danke an alle, die noch da sind!

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Sommerferien 2020

Hurra! Ferien. Für mich wie jeden Sommer in der Region. Man macht es den Daheimgebliebenen aber nicht leicht. Die ständige Gratwanderung der Suche nach Orten, an denen der Wahnsinn keine allzubunten Blüten treibt, man sich aber trotzdem sicher fühlt. Aber es gibt sie noch. Und die Anderen brauchen uns nicht.

Ich kann wieder Essen gehen! Denn das war Juni/Juli praktisch verboten. Keiner dementiert die Aussagen, dass wenn ich draußen im einen Eck sitze und einer, der im Anderen war positiv getestet wird, ich 2 Wochen zumachen kann. Das Gleiche gilt für's Freibad. So wird es zumindest vom Personal am Eingang auf Nachfrage bestätigt.

Nach vorn, Richtung Winter blickend ist da ein schwarzes Loch. Weniger stimmungstechnisch. Noch nicht. Aber man hat keine rechte Vorstellung, wie das wird. Um ganz ehrlich zu sein: Man kann sich nicht vorstellen, dass es anders als Sch... werden soll.

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Zweite Septemberhälfte 2020

Auf ein Neues. Verordnungstechnisch ist im Wesentlichen noch alles wie im Juli. Man kann also ganz ordentlich arbeiten.

Etwas Sorge macht mir das Thema Reiserückkehrer. Denn nicht jeder war so brav daheim wie ich und in einigen Regionen gabs ja doch einiges zu verteilen. Bleibe daher in den ersten beiden Wochen etwas deutlicher auf Abstand als noch vor den Ferien.

Schreibe jedenfalls voller Optimismus neue Kurse aus und investiere in Zeitungsanzeigen. Die leeren Plätze der verlorenen Schäfchen müssen schließlich wieder aufgefüllt werden. Belasse die Gruppengröße aber weiterhin unverändert.

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Erste Oktoberhälfte 2020

Die Zahlen steigen zwei Wochen in Folge an. Das wird doch nicht? Doch nicht jetzt schon?

Die Maßnahmen werden zur Monatsmitte verschärft. Aber da ist nix dabei, was ich als innovativen "Gamechanger" empfinden würde. Fangen wir an, es zu vergeigen?

Wir beginnen uns in den Kursen so langsam mit "Guten Rutsch, falls wir uns nicht mehr sehen" zu verabschieden.

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Dritte Oktoberwoche 2020

Die allgemeine Hyperventilation nimmt zu und die Politik zieht wie gewohnt entschlossen an 17 Strängen. Das Lockdown Gespenst geht wieder um. Die Tatsache, dass es vehement dementiert wird, macht es nicht besser.

Wir verabschieden uns mit den gewohnten Worten in die Herbstferien. Ich hoffe trotzdem, dass es wenigstens noch bis Mitte/Ende November geht. Dann wären auch Neuanmeldungen vom Oktober soweit angekommen.

Herbsturlaub? Gecancelt. Immerhin diesesmal den vollen Preis zurückgekriegt.

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Vierte Oktoberwoche 2020

Plötzlich geht alles ganz schnell: Vier Wochen Teillockdown. Auch eine schnelle, unbürokratische "Novemberhilfe" ist schon vorbereitet. Ob die das schon Mitte Oktober...? Aber nein, das hätten sie doch damals gleich erzählt.

Wir sind einen Monat alle ganz brav und auf Weihnachten ist alles wieder gut. Ich war keine Leuchte in Mathe. Aber so eine Kurve weiterzeichnen könnte ich schon.

Teillockdown? Welche Teile eigentlich?

  • Ich muss wissen, ob ich überhaupt betroffen bin. Denn dank weiterhin reduzierter Gruppengröße ist unser Raumangebot mit 10 m² Fläche bzw. 30 m³ (einem Tankwagen voll) Luft pro Person ja recht üppig.
     
  • Schulen dürfen offen bleiben, Freizeiteinrichtungen müssen zumachen. Die alte Frage "was bin ich" oder besser "in welche Schublade steckt man mich" ist aktueller denn je.
     
  • Und was, wenn ich gar nicht zumachen müsste und am Ende, "wegen Faulheit" sozusagen, gar diese Novemberhilfe zurückzahlen muss.

Die Woche ist ein Auf und Ab zwischen verschiedenen Informationen. Ganz formal die Fakten betrachtet, müsste ich eigentlich weiter unterrichten dürfen.

29.10.: Mein Fitnessstudio meldet sich in den Lockdown ab. Werde diesesmal von mir aus aktiv und bitte bei der Rottweiler Ordnungsbehörde um eine verbindliche Aussage. Verweise (auch wenn das so langsam langweilig wird) einmal mehr darauf, dass ich keine Freizeiteinrichtung, sondern eine berufsvorbereitende, außerschulische Bildungseinrichtung bin. Signalisiere aber auch, dass ich mit einer 4-wöchigen Schließung für den guten Zweck kein Problem habe. Muss aber wissen, was Sache ist und das meinen Schülern rechtzeitig verkünden.

Die Antwort kommt nach wenigen Minuten, ist aber wie befürchtet. Man hat auch noch keine offiziellen Information. Also warten, bis das Orakel in Stuttgart Sonntag Abend kurz vor Mitternacht eine Verordnung ausspuckt, die dann ab dem nächsten Morgen Gesetz ist.

30.10.: Update aus dem Rathaus: "Unter dem Vorbehalt, dass die Regelungen tatsächlich so umgesetzt werden wie diese angekündigt worden sind", würde Susi's Ballettstudio "unter 'Bildungseinrichtungen' fallen und dürfte dieses Mal offen bleiben". Ist aber mangels Verordnung noch nicht verbindlich. Echt jetzt? Traue mich noch nicht, mich zu freuen.

31.10.: Die Nachrichtenlage ist wenig ermutigend. Ich habe kurzfristig zur "Sch... schon wieder ausgebremst" Ballettstunde für einen kleinen Kreis eingeladen. Tut mir Leid, dass ich nicht allen was anbieten konnte. Aber es war sehr kurzfristig und es sollten ja auch nicht zu viele auf Einmal da sein.

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Erste Novemberwoche 2020

Montag, 2.11.: Der große Tag. Die neuen Verordnungen sind da, die Klarheit nicht. Es wird jetzt etwas langatmig und sorry schonmal, dass ich unentspannt werde, wenn es um meine über 30 Jahre aufgebaute Existenz geht. Spult notfalls einfach vor... Aber es ist offenbar überhaupt nichts von der Diskussion um die Ballettschulen vom Frühsommer in den Stuttgarter Köpfen hängengeblieben. Oder dürfen schon wieder neue Praktikanten üben, Verordnungen zu schreiben.

Die allgemeine CoronaVO erwähnt kurz die beiden Bereiche, für welche unterschiedliche Verordnungen gelten:

  • Fitnesstudios, Yogastudios sowie Tanzschulen und ähnlichen Einrichtungen (CoronaVO Sport).
     
  • Musikschulen, Kunstschulen und Jugendkunstschulen (CoronaVO Musik-, Kunst-
    und Jugendkunstschulen).

Tatsache ist, dass viele Musikschulen, private und kommunale, auch Ballettabteilungen haben. Dort wird genau das Programm angeboten, welches auch wir reinen Ballettschulen unterrichten. Dürfen (werden) die etwa weiterhin unterrichten? Werden meine Kunden in Richtung Dunningen weglaufen, während ich im Lockdown schmore?

Hatte es befürchtet und es kommt genau wie erwartet. Die Ballettschulen sitzen wieder zwischen allen Stühlen. Ich könnte ko...

Und da kommt gegen 14:00 auch schon die Mail vom Ordnungsamt: "die Regelungen sind leider nicht ganz eindeutig". Ja, soweit war ich auch schon... Man "würde sagen", ich muss schließen, "da die Auslegungen recht streng gehandhabt werden.".

Hmm... gehandhabt werden sie ja wohl hier, vor Ort. Hake also nach und werde an den Bereich "Kultur und Sport" verwiesen. Dort ist man völlig überrascht, kann gar nix mit mir anfangen und erklärt sich für nicht zuständig. Zurück beim Ordnungsamt dann die finale Ansage, sinngemäß: "Dann ordne ich hiermit die Schließung an."

Sage gerade noch rechtzeitig den Unterricht für heute ab und verkünde den Lockdown.

3.11.: Gehe halt wieder ein paar Videos machen.

Verfolge den Rest der Woche, was denn anderenorts so passiert. Ein kleinerer Teil der Ballettschulen und viele Musikschulen mit Ballettabteilung machen weiterhin Präsenzunterricht. Eine Kollegin im Heilbronner Raum hat zwei Schulen in benachbarten Orten. Eine auf, die Andere zu.

Auf der Website der Landesregierung findet sich Stand heute:

Musik-, Kunst- und Jugendkunstschulen dienen der musisch-ästhetischen Bildung und Erziehung und zählen damit als Teil des für die Zukunft der Gesellschaft besonders bedeutsamen Bereichs „Schule und Bildung“. Ihr Betrieb ist auch in der gegenwärtigen Pandemielage weiterhin zulässig, sie können ihr wichtiges Angebot unter Einhaltung der bereits bekannten infektionsschützenden Vorgaben weitgehend aufrechterhalten.

In der Praxis gehen die Erfahrungsberichte der Kolleginnen von "Die Tochter des Bürgerneisters ist bei mir im Ballett und er hat sich persönlich für mich eingesetzt." bis zum Zitat eines Ordnungsamtleiters "Ist mir egal, was auf Ihrem Papier steht. Für mich ist das keine Kunst.".

Ja, das ist doch genau wie wir es uns gewünscht haben. Nach über einem halben Jahr ist die Kleinstaaterei schlimmer denn je und man ist abhängig vom Wohlwollen der lokalen Ordnungsfürsten.

Was für eine sch... Woche.

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Zweite Novemberwoche 2020

Das Thema Baden-Württemberg ist inzwischen beim DBfT (Berufsverband) aufgeschlagen. Von den dortigen Juristen kommt etwas Schützenhilfe, wie man argumentieren kann. Ich habe erstmal keine Lust mehr auf den Hick-Hack und warte ab, was meine Kolleginnen damit erreichen.

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Dritte Novemberwoche 2020

Am 16.11. findet sich eine Klarstellung auf der Seite der Landesregierung:

Tanz- und Ballettunterricht an Musik- und (Jugend-)Kunstschulen darf stattfinden, sofern er zum regulären Unterrichtsangebot gehört und die geltenden Hygiene-Anforderungen erfüllt werden. Nicht zulässig sind zusätzliche Tanz- und Ballettangebote für Kinder und Jugendliche, beispielsweise im Rahmen einer Ferien- oder Freizeitbetreuung, sowie offene „Schnupperkurse“.

Erste Schulen in BW haben daraufhin die Wiederaufnahme des Unterrichts im Lauf der Woche angekündigt.

Erbitte am 18.11. per Email beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Bestätigung, dass ich unter Berufung auf o.a. Aussage wieder unterrichten darf.

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Vierte Novemberwoche 2020

Das macht Mut, also hauen auch wir in die Tasten. Beantrage am 23.11. bei der Rottweiler Ordnungsbehörde mit einem ausführlichen Schreiben, "festzustellen, dass der Betrieb meiner Schule für künstlerischen Tanz aktuell zulässig ist".

Die unbürokratische Novemberhilfe, die man noch nicht mal beantragen kann kriegt ein Geschwisterchen. Die Dezemberhilfe. Denn der Lockdown geht weiter. Leute, lacht nicht. Aber ich hatte das mit den 4 Wochen tatsächlich wieder geglaubt.

Donnerstag kommt eine sehr knappe Antwort aus dem Rathaus mit den Worten "...dass eine Öffnung Ihres Ballettstudios nicht gestattet werden kann, da Ihre Ballettschule als keine Jugendkunstschule einzustufen ist". Die erbetene, ausführliche Begründung ist vermutlich der Halbsatz hinter dem Komma.

Ich bitte am 27.11. freundlich um eine Begründung. Man hat sich nicht mehr die Mühe gemacht, mir zu antworten. Funkstille seither.

Ich verstehe den Gedanken hinter dem Lockdown. Aber dann bitte gleiches Recht für alle. Es kann doch nicht sein, dass ich mich nur in "Susi's Musikschule, Ballettabteilung" umbenennen müsste und sofort wieder starten dürfte.

29.11.: Kleiner Lichtblick: Man kann jetzt die Novemberhilfe beantragen. Dazu brauchts ein neues Elsterzertifikat, denn nur nach 2018 erstmals beantragte werden akzeptiert. Neues beantragt. Bringt der Briefträger. Machen sicher grad' Millionen andere auch. Warten.

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Erste Dezemberhälfte 2020

Es kommt Bewegung in die Sache.

  • Das SWR Fernsehen berichtet und mehrere Tageszeitungen ebenfalls.
     
  • In Freiburg haben anscheinend zwei der dortigen Schulen wieder aufgemacht. Die weniger Mutigen gucken weiter in die Röhre. Das zuständige Ordnungsamt verhält sich ob der unklaren Lage passiv.
     
  • Mehrere Schulen haben ihre zuständigen Regierungspräsidien angesprochen, allerdings keine belastbaren Aussagen erhalten.

8.12.: Der Durchbruch!

Über den Anwalt des Berufsverbandes erreicht uns ein Schreiben von Staatssekretär Volker Schebesta aus dem Ministerium f. Kultus, Jugend und Sport mit folgendem Absatz:

An Ballettschulen wird die Kunstform Ballett unterrichtet. Sie widmen sich wie Musik-, Kunst- und Jugendkunstschulen der Kunst und der künstlerischen Ausbildung. Das Kultusministerium bewertet daher insofern Ballettschulen als Kunstschulen mit der einen Kunstdisziplin Ballett. Somit ist der Betrieb von Ballettschulen zur Durchführung von Bildungsangeboten gestattet, Unterhaltungsangebote sind jedoch untersagt.

Fast zeitgleich erhält eine Kollegin ein von Frau Dr. Eisenmann persönlich unterschriebenes Antwortschreiben, welches den identischen Text enthält. Diese Aussage ist also offenbar abgestimmt und belastbar.

Am Nachmittag erhalte auch ich eine Antwort auf meine Anfrage vom 18.11. Die Mail von Regierungsschuldirektor Hans-Martin Werner endet ebenfalls mit dieser Passage.

Wir haben gewonnen! Gleich morgen werde ich mit der neuen Munition das Ordnungsamt an die noch ausstehende Antwort erinnern.

9.12.: Es ist Mittwoch. Ministerpräsidentenkonferenz. Muss ich mehr sagen?

Kennt noch jemand das alte 80'er Videospiel "Donkey Kong"? Immer, wenn man einen Level geschafft und das Mädchen fast befreit hatte, kam dieser blöde Gorilla, hat sie in den nächsten Level verschleppt und alles ging wieder von vorn los.

Ich gehe wieder Videos machen.

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Zweite Dezemberhälfte 2020

Geschäftlich eine eher ereignislose Zeit. Alle Karten sind ausgespielt und man witzelt über die Eröffnung nach den Osterferien.

Der Briefträger hat Post vom Finanzamt. Das neue Elsterzertifikat. Kaum erst die Rückzahlung der überschüssigen Hilfe vom Frühjahr gemacht, beantragen wir also die Novemberhilfe.

31.12.: Das Silvestermenü fällt aus? Nein! Wir waren am 29.10. nochmal gepflegt essen. Obwohl ich es nicht wahrhaben wollte, haben andere am Tisch vom vorgezogenen Silvestermenü gesprochen. Ich hasse Leute, die immer rechthaben müssen.

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Januar 2021

Happy New Year! Schon wieder.

Wie wird das Jahr? Realitätsschock bezüglich der Impfungen. Mutanten. Zero Covid. Für eine Ballettschule, und darum geht es hier immer noch, nicht gut.

Dezemberhilfe beantragen, Videos machen. Die Abrufzahlen der Videos sind nicht berauschend und auch sonst höre ich nicht mehr viel von meinen Schülern. Lebt Ihr noch?

Auch in der Ballettschulrunde hat die Ernüchterung eingesetzt. #wirmachenauf ist auch keine Lösung. Einige schlagen vor, an die Bundesregierung heranzutreten. Aber ganz ehrlich: Wir haben zur Zeit ein begrenztes Budget an Infektionen, das man zulassen will. Warum um alles in der Welt sollen das ausgerechnet wir Ballettschulen verbraten dürfen?

Wenn ich dann aber wieder in der aktuellen CoronaVO lese, dass "Weltanschauungsgemeinschaften" hinter ihren oft verschlossenen Türen noch immer einen größeren Teil dieses Budgets zugesprochen wird, geht mir der Hut hoch. Kann man seiner Weltanschauung nicht auch im Homeoffice per Zoom huldigen? Immerhin dürfen sie bei ihren Versammlungen nicht singen. Würden wir aber auch nicht. Sind ja keine Musikschule.

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Februar 2021

Lockdown, Lockdown, Coronadepression.

Hand aufs Herz: Wer hat vor einem Jahr die Fasnacht 2021 richtig vorhergesagt?

Einige Kolleginnen hoffen auf eine Rückkehr zur "neuen Normalität" ab 8.3. Ich kann mir das bei den aktuellen Diskussionen um immer niedrigere Grenzwerte nicht vorstellen. Und wenn da irgendwas geht, dann wird das nicht die alte "neue" Normalität sein, sondern eine noch viel Neuere. Was, wenn die erlaubte Gruppengröße 4 oder 5 ist? Wie soll das gehen? Täglich 10-12 Stunden am Stück arbeiten? Oder 2-wöchiger Wechsel bei 50% Kurshonorar?

Habe letztes Jahr gelernt, dass die, die früh wieder aufgemacht haben deutlich strengere Auflagen hatten und diese schwer wieder losgeworden sind. Also besser nicht mit der Brechstange.

Die Hilfen für 2021 können beantragt werden. Bisher konnte ich die für Soloselbständige nutzen. Aber die dafür gedachte "Neustarthilfe" würde allenfalls meine Fixkosten bis Mitte März decken. Also besser die Überbruckungshilfe III. Die darf aber nur ein "prüfender Dritter" (Steuerberater o.ä.) beantragen. Hatte ich bisher nicht. Also einen suchen und hoffen, dass die sich grad' alle langweilen und nur auf mich warten. Immerhin: Die Kosten dafür (4-stellig!) gehen auf den Staat. Der in den früheren Hilfen gewährte "fiktive Unternehmerlohn", ein Goodie in Baden-Württemberg, das ungefähr die Kosten für Kranken- und Rentenversicherung gedeckt hat, wurde klammheimlich abgeschafft.

Am 24.2. hatten wir (viele Ballettschulen aus Baden-Württemberg) ein Zoom Meeting mit dem kulturpolitischen Sprecher im Landtag, Manfred Kern (Grüne). Der Arme musste sich viel anhören, hat aber tapfer durchgehalten. Danke dafür! Wir werden sehen, was er für uns tun kann.

In der Kundenkartei fehlen gegenüber März 2020 inzwischen 20%. Umsomehr: Danke an alle, die noch da sind!

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27. Februar 2021

Die Geburtsstunde dieses Logbuchs.

Hänge an dem Tag völlig "Lost in Space" durch. Keine Perspektive, wenig Motivation, desillusioniert. Das geht jetzt über ein Jahr und man beginnt tatsächlich schon wieder Teile des ganzen Wahnsinns zu vergessen. So kommt es zur spontanen Idee, alles nochmal zusammenzutragen und nachträglich in Form dieses Logbuchs festzuhalten. Einen Blog wollen wir es nicht gleich nennen. Aber der Vorsatz, laufend zu ergänzen ist gefasst.

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März 2021

Der März wird mein Freund: Die Kultusministerin bestätigt am 1. März schriftlich, dass wir bei der zaghaften Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts diesesmal als "Kunstschulen mit einer Kunstdisziplin Ballett" behandelt werden. Cool!

An dieser Stelle mal ein ganz herzliches Dankeschön an meine Kollegin Sylvia Elbs. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz für die mittlerweile 190 Ballettschulen im Land umfassende Initiative hätten wir es nicht auf die Radarschirme der Landesregierung geschafft.

Blöd nur, dass in der Verordnung vom 8. März das glatte Gegenteil steht. Aus der FAQ der Landesregierung:

Tanz- und Ballettschulen sowie ähnlichen Einrichtungen ist der Betrieb für den Publikumsverkehr untersagt, unabhängig von der Organisationsform oder der Anerkennung als Kunstschule. Onlineangebote sind jedoch erlaubt.

Aus den Spitzenschuhen gehauen hat mich dann aber eine Email aus dem Kultisministerium vom 19. März. Dort steht locker, flockig "...darf an Ballettschulen seit 8. März 2021 wieder Ballettunterricht stattfinden". Hoppla, kleiner Irrtum. Kann ja mal vorkommen.

Ok. Auch das erlaubt nur Privatstunden für max. 4 Personen aus dem gleichen Haushalt. Zeigt aber einmal mehr die handwerkliche Qualität der Politik. Würde ich meinen Unterricht in dem Stil machen, gäbe es mich schon lange nicht mehr.

Kleiner Lichtblick zum Monatsende: Die Beantragung der Überbrückungshilfe III war reibungsloser als befürchtet und die erste Abschlagszahlung kam noch im März.

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letzte Änderung: 11. April 2021