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 33 Jahre Susi's Ballettstudio

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt schlossen sich die Türen meines Ballettstudios am 28. Juli, dem letzten Schultag zum letzten Mal und ich sage:

Danke !

Zeit für einen Rückblick auf mehr als drei Jahrzehnte, in denen rein rechnerisch fast jeder zehnte zweibeinige Rottweiler meine Räume von innen gesehen haben sollte.

Wie alles anfing
Wie die Jahre vergingen
Aufführungen
Auftritte
Wie es endet
Was bleibt

Wie alles anfing

1983 hatte ich zehn Semester Studium an der staatlichen Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim, Abt. Akademie des Tanzes hinter mir und den Abschluss als staatlich geprüfte Bühnentänzerin und Tanzpädagogin in der Tasche.

Es ging auf Jobsuche und wie es der Zufall so wollte, landete ich als Ballettlehrerin in der Tanzschule Herzig. Die erste Fahrt nach Rottweil mit dem Zug. Nach der letzten größeren Stadt ging es deutlich über eine Stunde durch gefühltes Niemandsland. Wo verschlägt es mich da bloß hin? Aber am Ziel wars dann doch gar nicht soo schlecht.

1987 kam der Schritt in die Selbständigkeit. Zuerst noch innerhalb der Tanzschule (Danke!) und ab 1988 in den bekannten Räumen in der Johanniterstraße. Mit 25 war ich also am Ziel. In meinem eigenen Ballettstudio. Anfangs wurde ich gelegentlich gefragt: Und - wo machst Du die nächste Schule auf? Aber es war nie mein Ziel, ein Imperium zu erschaffen und die Marke Susi's Ballettstudio (nur echt mit dem falschen Apostroph) auf der Flughöhe von McDonalds & Co. zu positionieren. Ich will unterrichten, nicht managen.

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Wie die Jahre vergingen

Sie vergingen angenehm unspektakulär. Kundschaft und Gesundheit meinten es gut mit mir und plötzlich stand das Jahr 2020 auf dem Kalender. Dafür an dieser Stelle nochmal ein großes Danke!

Ein echtes Highlight sind besonders treue Schüler, die mich teils mehr als zwei Jahrzehnte lang begleitet haben. Oder wenn mir jemand eher unerwartet erzählt hat, welchen Stellenwert die eine Stunde Ballett in der Woche für ihn hat. Auch dafür: Danke!

Natürlich gab es auch Stressfaktoren. Jede neue Kinderstunde, in der über zehn 5-jährige schreiend kreuz und quer durcheinanderrennen ist so einer. Aber irgendwie endet es doch immer so, dass sie sich mehr und mehr in die gleiche Richtung bewegen und am Ende ihr erster Tanz daraus wird. Und nicht wenige davon lernten Jahr um Jahr Tanz um Tanz, bis sie sich dann plötzlich mit dem Abi in der Tasche verabschiedeten.

Irgendwann, und da kam mir dann zum ersten Mal ein "Sch... ich werd' alt" in den Sinn, brachten dann die ersten "Ballettkinder" ihre Kinder ins Ballett. Muss Euch doch irgendwie bei mir gefallen haben. Danke!

Inzwischen sind wir an der Schwelle zur nächsten Generation. Fragt nicht nach meinen spontanen Gedanken dazu. Aber natürlich freue ich mich, in den nächsten Jahren an der Volkshochschule noch den einen oder anderen "Ballettenkel" zu begrüßen.

Außer in den allerersten Jahren hatte ich stets eine oder mehrere Kolleginnen an meiner Seite, die die Montagsstunden übernommen und auch am einen oder anderen weiteren Wochentag einen Farbtupfer der Abwechslung in den Stundenplan gebracht haben. Danke euch allen und besonders Ines und Theresa, die über beide Lockdowns bis zum Ende durchgehalten und danach pünktlich wieder im Saal gestanden haben.

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Aufführungen

Ein weiteres Highlight waren die Aufführungen alle zwei bis drei Jahre. Stressig zwar, aber immer wieder etwas Besonderes. Ort des Geschehens war jeweils der Festsaal der Gymnasien. Er war mit seinen 400 Plätzen und dem schönen Ambiente einfach die perfekte Location.

Teils hat uns unserer eigener Perfektionismus gestresst. Aber das ist man sich und dem Publikum einfach schuldig. Am Ende kannten wir uns im Saal beinahe besser aus als der Hausmeister.

Und, auch wenn ich mich da zum x-ten Mal wiederhole: Danke an alle freiwilligen Helfer, die mich bei den Aufführungen teils über Jahrzehnte hinweg immer wieder unterstützt haben. Ohne euch wäre das so nicht gegangen.

Falls übrigens noch jemand Interesse an Souvenirs hat: Die Jahre ab 2001 sind auf Anfrage noch auf DVD erhältlich. In den nächsten Monaten werden wir auch die Website etwas umbauen und in einem "Museumsbereich" die Originale der Eintrittskarten und Programme als PDF zum Download bereitstellen. Bei Interesse einfach immer mal wieder reinschauen.

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Auftritte

Eine feste Einrichtung war unsere Schautanzgruppe "Offbeat". Neben Auftritten bei privaten oder öffentlichen Veranstaltungen in der Region, die mal öfter, mal seltener angefragt wurden, gab es auch hier besondere Highlights, die ich nochmal Revue passieren lassen möchte:

Am weitesten zurück liegen die Auftritte mit der Stadtkapelle Rottweil im Rahmen von deren Jahreskonzerten. Ich erinnere mich an ein Motto "Tanz und Tuba". Es ist immer ein besonderer Nervenkitzel, zu Livemusik zu tanzen.

Für die dazu notwendigen, vielen Stunden unermüdlichen Trainings: Danke an alle Offbeat Tänzer*innen der ganzen Jahre. Das ausnahmsweise verwendte Gendersternchen ist den wenigen Männern unter Euch gewidmet.

Oder als die Narrhalla nach Jahren der Ruhe am Fasnachtssamstag ihren traditionellen Ball wieder aufgegriffen hat. Mit uns! Welche Ehre. Dafür ein: Danke! Besonders auch an die mutigen Schwänchen vom Männerballett.

Schön war es auch, ein fester Bestandteil des Rottweiler Stadtfestes geworden zu sein. Es gab ehemalige Schüler, die ich nur einmal alle zwei Jahre gesehen habe. Beim Stadtfest im Publikum.

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Wie es endet

Nicht wie geplant. Mindestens die 35 Jahre hätte ich jedenfalls gerne voll gemacht. Details dazu in der FAQ Seite zur Schließung und im Corona Logbuch.

Ganz wichtig ist mir aber der Dank an den Kreis derjenigen, die mich während der Lockdowns zeitweise oder dauerhaft mit der Weiterzahlung des vollen Honorars unterstützt haben. Danke!

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Was bleibt

Bei mir bleiben viele persönliche Erinnerungen, Bekanntschaften und Freundschaften, die Teil meines Lebens geworden sind. Danke!

Besonders freut es mich aber, wenn auch bei meinen Schülern etwas geblieben ist.

Stellvertretend für Euch alle erinnere ich mich an Alex. Ich weiß noch zu gut, wie er sich zum Casting bei der Stage School verabschiedete. Sinngemäß mit den Worten: Ich nehm' einfach den Ghettoblaster auf die Schulter und improvisiere was. Hat geklappt. Ein Danke für jeden Tatort oder wo Du plötzlich auftauchst. Gerne auch mal wieder als Ballettmeister.

Und: Ich bleibe! Danke an die Volkshochschule für die Möglichkeit, weiterhin zu unterrichten.

Was ebenfalls bleibt, ist das virtuelle Ballettstudio. Bei Interesse freue ich mich über eine Email.

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Susi's Ballettstudio
Susanne Löffler
info@susis-ballettstudio.de

letzte Änderung: 3. August 2021